Dengue-Fieber

Das Dengue-Fieber wird durch eine Infektion mit dem Dengue-Virus verursacht. Es zirkulieren vier unterschiedliche Dengue-Virus-Typen (DENV 1 bis DENV 4). Überträger des Dengue-Virus sind infizierte tagaktive Stechmücken der Gattung Aedes [Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) und asiatische Tigermücke (Aedes albopictus)], die in tropischen und subtropischen Gebieten ausgehend von Mittel- und Südamerika über Afrika bis nach Südostasien vorkommen. Der Lebensraum der Stechmücken sind natürliche Wasserlachen (Pfützen, Baumausstülpungen) und durch den Menschen erzeugte Wasserreservoire (Eimer mit Wasser, Blumenübertöpfe, alte Reifen etc.), worin die Mücken ihre Eier ablegen.

Laut Schätzungen der WHO infizieren sich 390 Millionen Menschen jährlich mit dem Dengue-Virus. Davon präsentieren ca. 100 Millionen Betroffene klinische Zeichen einer Infektion. Eine Dengue-Virus-Infektion verläuft daher häufig asymptomatisch, also ohne dass die Betroffenen klinische Krankheitszeichen bemerken oder so, dass sie lediglich ein leichtes Krankheitsgefühl verspüren.

Andererseits erkranken pro Jahr ca. 500.000 Infizierte an einer schweren Dengue-Virus-Infektion, die in rund 12.000 Fällen pro Jahr tödlich verläuft. Die geographische Ausdehnung und auch die Anzahl an Neuerkrankungen (Inzidenz) hat in den letzten 50 Jahren stark zugenommen, sodass aktuell 45 % der Weltpopulation in Risikogebieten für das Dengue-Fieber leben. Die Anzahl der Dengue-Fieber-Erkrankten hat auch in Deutschland zugenommen und beläuft sich laut Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf rund 1000 gemeldeten Fällen von Reiserückkehrern pro Jahr; die am häufigsten genannten Infektionsländer sind Thailand (25 %) und Indonesien (23 %) (Daten von 2016, RKI). Nach einer Inkubationszeit von durchschnittlich 3-7 Tagen nach Mückenstich beginnt die Erkrankung; sollte sie klinisch symptomatisch werden mit Fieber über 38,5 °C, Muskel- und Gelenkschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und auch Augenschmerzen, ggf. mit Rötung. Ein guter Teil der Infizierten präsentiert nach ein bis zwei Tagen auch einen Hautausschlag (Exanthem), der sich vom Stamm auf Gesicht und Extremitäten ausbreiten kann. In den meisten Fällen klingt die Symptomatik nach 5-7 Tagen wieder ab. In der Blutuntersuchung kann sich eine verringerte Zahl an Thrombozyten (Blutplättchen) und bei Blutungen auch von Erythrozyten (rote Blutkörperchen) zeigen.

Ein besonderes Problem besteht darin, dass man das Dengue-Fieber mehrmals bekommen kann, da nach einer Infektion die lebenslange Immunität typenspezifisch ist. Daher ist bei vier Dengue-Virus-Typen auch je eine Infektion pro Typ möglich. Die zweite Dengue-Virus-Infektion kann deutlich schwerer verlaufen und das o. g. Dengue-Hämorrhagische Fieber (DHF) mit Schocksymptomatik verursachen, was eine hohe Sterblichkeitsrate aufweist. Bei Reisenden aus Europa tritt dieser schwere Verlauf häufig nur nach mehrmaligen Aufenthalten in den Risikogebieten (z. B. Urlaub in der Karibik und einige Jahre später in Südostasien) auf. Allerdings kann es auch in seltenen Fällen bei einer Erstinfektion zum DHF kommen.

Bei Auftreten von Dengue-Fieber oder Dengue-typischen Symptomen empfehlen wir den Kontakt zur ärztlichen Hotline von travelmedic aufzunehmen und einen Arzt im Urlaubsgebiet zu konsultieren. Die Diagnostik kann in den Tropen und Subtropen von jedem Arzt oder Krankenhaus durchgeführt werden, in aller Regel in Form eines Tropfen Blut mittels eines Schnelltests. Die Therapie ist symptomatisch und zielt vor allem auf das Fieber und die Muskel, Gelenk- und Knochenschmerzen ab. Am besten geeignet ist das Präparat Paracetamol. NSAR wie Aspirin und auch Ibuprofen etc. müssen in jedem Fall vermieden werden. Bei klinisch ausgeprägten Verläufen ist eine stationäre Behandlung und Überwachung, bei Blutungen oder Schockzuständen eine intensivmedizinische Therapie erforderlich. Eine Prophylaxe kann nur durch konsequenten Mückenschutz in Form von Repellentien (Mückenschutzmitteln) und langer Kleidung tagsüber erfolgen. Eine in Deutschland zugelassene Impfung ist bisher nicht verfügbar. Vor Reisen in die Tropen empfiehlt sich generell die Konsultation eines Reisemediziners für eine reisemedizinische Beratung. Insbesondere, wenn man mit Kindern oder gar Kleinkindern in tropische Länder reist ist eine tropenmedizinische Beratung durch einen Fachmann zwingend erforderlich.