Impfungen

Kriterien zu Impfempfehlungen hängen von verschiedenen Punkten ab:

1. Impfstatus und Immunität des Reisenden
2. Risiko im Reiseland abhängig von Ort, Dauer und Art der Reise
3. Einreisebestimmungen
4. Vorerkrankungen

Vor jeder Reise sollte eine zeitnahe Überprüfung der allgemein empfohlenen Impfungen erfolgen.

Jeder sollte eine ausreichende Immunität gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphterie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderlähmung) besitzen (Auffrischimpfungen alle 10 Jahre).

Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln sollten im Kindesalter 2x erfolgen. Nach 1970 geborene Erwachsene mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit sollten eine Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln erhalten.

Spezielle Reiseimpfungen

Die Infektionskrankheit Hepatitis A kommt weltweit vor und wird durch Schmierinfektion über infiziertes Wasser oder Lebensmittel übertragen. Symptome sind Fieber, Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall und nachfolgende Gelbsucht. Die Hepatitis-A-Impfung erfordert 2 Impfungen im Abstand von 6-12 Monaten. Danach beträgt der Impfschutz mindestens 25-30 Jahre. Eine einmalige Impfung direkt vor der Reise sorgt primär für einen ausreichenden Impfschutz.

Aufgrund der überschaubaren Mehrkosten wird die Hepatitis-A-Impfung oft in Kombination mit einer Hepatitis-B-Imfung gegeben und in dieser Kombination nicht selten sogar von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Die Lebererkrankung Hepatitis B kommt auch weltweit vor. Sie wird durch alle Körperflüssigkeiten, vor allem Sperma (Sexualkontakte) und Blut/Blutersatzstoffe übertragen. Die Symptome ähneln denjenigen der Hepatitis A, gefährlich sind aber die chronischen Verläufe. Die Impfung wird u. a. empfohlen für

1. Kinder (in Deutschland Teil des generellen Impfprogrammes)
2. für Reisende, die sich längere Zeit in Risikogebieten aufhalten
3. medizinisches Personal
4. Personen, die mit Infizierten im selben Haushalt leben

Die Japanische Enzephalitis kommt nur in ländlichen Gebieten Asiens vor und führt zu einer schweren Gehirnentzündung. Eine Impfung wird bei längeren Aufenthalten unter einfachen Bedingungen in Risikogebieten empfohlen.

Die Tollwut wird durch Bissverletzungen (Speichel von Hunden, Fledermäusen, Affen, Füchsen) übertragen. Die Erkrankung kann Monate oder Jahre nach Infektion auftreten und endet immer tödlich, da es keine Behandlungsmöglichkeit gibt. Die wichtigste prophylaktische Maßnahme liegt in der Vermeidung des Tierkontaktes. Eine Impfung wird empfohlen für

1. Kinder, die sich in Risikogebieten aufhalten
2. Erwachsene, die sich längere Zeit in Risikogebieten aufhalten und wo kein Impfstoff zu erhalten ist.

Typhus ist eine Salmonelleninfektion durch Salmonella typhi/paratyphi. Die Erkrankung kommt weltweit in Ländern mit schlechten hygienischen Verhältnissen vor. Eine Impfung wird nur bei längeren Aufenthalten empfohlen.

Cholera wird durch verunreinigtes Wasser übertragen und ist nur in Katastrophenfällen in Ländern mit niedrigem hygienischen Standard ein Problem. Für den normalen Reisenden bedeutet sie keine erhöhte Gefahr.

Gelbfieber wird durch Stechmücken übertragen und ist eine schwere nicht mit Medikamenten behandelbare Viruserkrankung. Eine Gelbfieber-Impfung wird empfohlen, bzw. ist eine Pflicht-Impfung für einige Länder in Zentralafrika und Südamerika. Die Impfung kann in Deutschland nur bei speziell dafür zugelassenen Stellen durchgeführt werden.

Die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen. Nach einer harmlosen grippalen Allgemeinerkrankung mit Fieber kommt es selten zu einer neurologischen Erkrankung. Die dreimalige Impfung (innerhalb 6-12 Monaten) wird für Outdoor-Aufenthalte in Risikogebieten (Skandinavien, West-und Zentraleuropa und Staaten der ehemaligen Sowjetunion) empfohlen – siehe Liste der Risikogebiete.

Bei individuellen Fragen empfehlen wir die ärztliche Hotline zu kontaktieren (+49 421 222 27- 24).

Weiter nützliche Informationen im Internet:

www.crm.de | www.rki.de